27.01.2026
Seit dem 14. Dezember 2025 fährt der Bus 58 auch durch Reinacher Quartiere. Besonders zu reden gaben schon von Betriebsbeginn an Streckenführung, Busgrösse, Mitspracherecht und Kosten. Auch wurde die Frage aufgeworfen, wer einen Bus, der nur im Halbstundentakt fährt, nutzt.
Ein lange gehegter Wunsch von Reinach ist in Erfüllung gegangen: Eine zusätzliche Buslinie, die die Quartiere besser erschliesst und erst noch vom Kanton bezahlt wird. Wo der Bus allerdings durchfährt und welche Fahrzeuge verwendet werden, liegt nicht in der Verantwortung der Gemeinde: Für die Linienführung und den Betrieb sind Kanton und BLT zuständig. Die Gemeinde hat lediglich die Bushaltestellen auf Gemeindestrassen umzusetzen. Und während des Planungsprozesses konnte die Gemeinde ihre Bedürfnisse äussern. Ein Mitwirkungsverfahren für ÖV-Angebote, beispielsweise für Anwohnende, gibt es beim Kanton nicht.
Im kommunalen Richtplan von Reinach steht, dass der ÖV durch gezielten Ausbau gefördert wird, konkret entlang der Hangkante Bruderholz und ins Kägen. Einen Ortsbus hat die Reinacher Bevölkerung 2011 aus Kostengründen abgelehnt. Der für Reinach neue Bus 58 wird nun vollumfänglich vom Kanton bezahlt und führt durch die gewünschten Reinacher Quartiere.
Auf die Grösse des Busses kann die Gemeinde keinen Einfluss nehmen; diese wird zwischen Kanton und BLT vereinbart und hängt vom erwarteten Fahrgastpotential ab. Zur Effizienzsteigerung vereinheitlicht die BLT ihre Busflotte und verzichtet auf die bisher eingesetzten kleineren Fahrzeuge. Ausserdem erfüllen diese kleineren Busse die Vorgaben der Behindertengleichstellung nicht. Dass der Bus nur im Halbstundentakt durch Reinach fährt, hat der Kanton so festgelegt. Das zweimalige Kreuzen von zwei Bussen pro Stunde entspricht dem Kreuzen zweier Lastwagen, was in den Quartieren oft vorkommt und nichts Aussergewöhnliches ist.
Genutzt wird die Buslinie 58 gemäss Aussagen aus der Bevölkerung aktuell vor allem von älteren Personen, die dank des Busses kürzere Wege zur nächsten ÖV-Haltestelle haben. Sie bietet sich aber auch an für Kinder auf ihrem Schulweg, Familien auf dem Weg ins Gartenbad, zum WBZ oder zum Seniorenzentrum Aumatt, für Erledigungen im Zentrum oder im Mischeli sowie für Personen, die beispielsweise im Mischeli wohnen und im Kägen oder im Uptown in Arlesheim arbeiten oder für Leute, die froh sind um eine direkte Anbindung an die S-Bahn oder für Kulturveranstaltungen im Walzwerk. Es gibt also ganz viele verschiedene Nutzungsgruppen, für die der Bus ein Gewinn ist. Die Haltestellen wurden aufgrund des erwarteten Nutzungspotentials und der Platzverhältnisse festgelegt.
Die Finanzierung des Busses durch den Kanton ist für drei Jahre gesichert. Während dieser Zeit wird geprüft, wie gut die Strecke genutzt wird. Allenfalls zeigt sich, dass die Linienführung und das Fahrplanangebot angepasst werden müssen. Ist der Bus gut frequentiert, werden auch die vorerst provisorisch eingerichteten Haltestellen ausgebaut.
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