Beitrag des Gemeindepräsidenten zum neuen Jahr

05.01.2021

Liebe Reinacherinnen und Reinacher, es ist eine schöne Reinacher Tradition, das neue Jahr am ersten Sonntag gemeinsam mit dem Neujahrsapéro zu beginnen. Corona macht das in diesem Jahr unmöglich. Ich bedaure das sehr, weil damit eine weitere Gelegenheit fehlt, mit Ihnen, der Bevölkerung von Reinach, direkt in Kontakt zu treten.

Politik sollte nicht nur am Schreibtisch oder im engeren Rahmen mit dem Gemeinderat und dem Einwohnerrat stattfinden müssen. Das persönliche Gespräch kann nicht durch Mails, Briefe oder den Austausch über Social Media ersetzt werden. Auch wenn die Corona-Impfung jetzt rascher als erwartet begonnen hat, werden wir wohl noch einige Monate auf grössere Anlässe verzichten müssen.

Obwohl uns alle das vergangene Jahr einiges abverlangt hat, darf es nicht nur negativ in Erinnerung bleiben. Gerade in der ersten Corona-Welle war in unserem Land und ebenso in Reinach eine grosse Solidarität zu spüren. Die vielen spontanen Hilfsaktionen haben gezeigt, dass auch in einer Gesellschaft, die gerne den Individualismus pflegt, in Krisensituationen das Gemeinsame in den Vordergrund rückt. Dass mit zunehmender Dauer der Pandemie wieder vermehrt Konflikte gepflegt werden, ist schade, aber irgendwie nachvollziehbar. Wir alle haben genug von den Einschränkungen und sehnen uns nach dem «normalen», uns vertrauten Leben. Trotzdem müssen wir alle unseren Beitrag dazu leisten, dass möglichst wenige Personen an COVID-19 erkranken und sterben. Gemeinschaft braucht ein gemeinsames Verständnis von Moral und Solidarität. Unsere Solidarität gilt einerseits den gesundheitlich verletzlicheren Menschen, aber auch all denjenigen, deren materielle Existenz durch behördliche Betriebsschliessungen, Kurzarbeit oder eine Entlassung in Frage gestellt ist.

Trotz Corona ist das Leben in Reinach im vergangenen Jahr nicht stillgestanden. Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger haben dem Investitionskredit von knapp 50 Millionen Franken für den Neubau des Schulhauses Surbaum mit einem überwältigenden Ja zugestimmt. Der Gemeinderat versteht dieses Ergebnis als klare Willensäusserung, sinnvolle Investitionen in die Zukunft auch in finanziell schwierigeren Zeiten zu tätigen. Einiges hat sich im vergangenen Jahr auch bei den verschiedenen Quartierplanungen getan. Die Bauprojekte der Quartierpläne Oerin und Bruggstrasse erhielten die Baubewilligung, diejenigen der Quartierpläne Hinterkirch und Stöcklin-Areal befinden sich im Bewilligungsverfahren.

In den letzten Tagen des Jahres erfolgte der Providerwechsel für den Betrieb des Reinacher Kabelnetzes von der Intergga zu Improware. Der Gemeinderat ist sich bewusst, dass dieser Wechsel nicht nur Freude, sondern auch Ärger ausgelöst hat. Als Laien sind wir froh, wenn wir beim Fernsehgerät auf die Fernbedienung drücken können und es erscheint der gewünschte Sender. Ebenso soll das Internet funktionieren, wenn wir den PC einschalten. Wir entschuldigen uns für die Unannehmlichkeiten, die mit dem Providerwechsel entstanden sind, und hoffen, dass mittlerweile alles wieder wie gewünscht funktioniert.

Die Finanzen sind 2021 die grosse Herausforderung für die Gemeinde Reinach. Seit mehreren Jahren konnte Reinach seine Rechnung nur dank ausserordentlichen Effekten wie Landverkäufen oder gesetzlich vorgeschriebenen Aufwertungen des Finanzvermögens ausgeglichen gestalten. In den drei wichtigsten Ausgabepositionen der Gemeinde - Bildung, Soziales und Gesundheit/Alter - steigen die Kosten seit längerem überproportional. In der Aufgabenteilung zwischen den Gemeinden und dem Kanton gehören diese Positionen zum Verantwortungsbereich der Gemeinde, wobei der Kanton die Vorgaben definiert und die Gemeinden bezahlen müssen. Diese Situation ist unbefriedigend. Den Gemeinden bleiben noch rund 20 Prozent ihres Budgets, über das sie frei entscheiden können. Gemeinde- und Einwohnerrat sind gewillt, im Rahmen ihres Projekts «Ergebnisverbesserung 2022» das Sparpotential bei diesen 20 Prozent mit zum Teil auch einschneidenden Massnahmen zu nutzen und das finanzielle Gleichgewicht nicht allein über Steuererhöhungen zu erreichen.

Liebe Reinacherinnen und Reinacher, gerade in schwierigeren Zeiten wie jetzt mit der Corona-Pandemie und den Gemeindefinanzen sind Solidarität und der Wille für gemeinsame Lösungen wichtig. Ich bin zuversichtlich, dass wir mit diesen Tugenden im eben begonnenen Jahr die Pandemie langsam hinter uns lassen und auch bei der Bewältigung unserer Herausforderungen in der Gemeinde einen Schritt weiterkommen werden. Ich wünsche Ihnen persönlich einen erfolgreichen Start ins neue Jahr, Gesundheit, Zuversicht und Zufriedenheit.

Melchior Buchs
Gemeindepräsident

Gemeindepräsident Melchior Buchs
Gemeindepräsident Melchior Buchs

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