Eine junge Forstwartin in einem Männerberuf

09.11.2021

Der Gendertag gewährt jungen Frauen und Männern mit einem Schnuppertag einen Seitenwechsel für ihre Berufswahl. In vielen Betrieben, so auch in der Gemeinde Reinach, können dieses Jahr erneut nur beschränkt junge Leute daran teilnehmen. Das Porträt einer jungen Frau, die zur Forstwartin ausgebildet wird, soll Einblick in ihren Berufsalltag geben.

Ruhig steht Pascale vor der 28 m hohen Tanne, die gefällt werden muss. Sie schabt das Moos an der Schnittfläche unten ab, stellt die Motorsäge an und beginnt mit der Arbeit. Jeder Schritt ist wohlüberlegt, sie arbeitet konzentriert und gelassen. Die Sägeschnitte sind nach ein paar Minuten gemacht, jetzt kommt der Spalthammer dran. Nach ein paar präzisen Schlägen fängt sich der Baum zu bewegen an und fällt schliesslich genau an den Ort, den die junge Frau zuvor als Ziel definiert hatte. Mit einem Lächeln und einem kaum merklichen Nicken schliesst sie die Fällarbeit an diesem Baum ab, danach müssen noch die Äste abgemacht und die Stämme zur Waldstrasse gebracht werden, von wo sie später abtransportiert werden.

Es werden alle gleichbehandelt
Das Forstrevier Angenstein, das auch den Reinacher Wald bewirtschaftet, bildet die junge Frau im 2. Lehrjahr zur Forstwartin aus. Sie ist erst die zweite Frau im Betrieb in Ausbildung (die erste war 1997). Doch wie ist das für das 11-köpfige Männerteam (davon zwei Lehrlinge)? «Sie ist eine Bereicherung für das ganze Team», sagt Ausbildner Marcel. «Ihre Kraft muss sie anders einteilen und es kommen mehr Hebeltechniken zum Zug, als dies für einen Mann nötig wäre.», erklärt er, «aber Pascale kann gleichberechtigt und selbstständig alle Arbeiten erledigen, wie jeder Forstwart im Betrieb auch». Da sie sich für diesen Beruf entschieden habe, behandle er sie nicht anders als ihre männlichen Kollegen. Ausser wenn er sie anfassen muss, um ihr einen Arbeitsschritt zu zeigen, kommuniziert er das vorher. Das macht er bei den jungen Männern nicht. Pascale sieht das gelassen. Sie fühlt sich wohl im Team, sie ist «eine von ihnen». Eine Sonderbehandlung will sie eigentlich nicht. Am nationalen Zukunftstag hat sie nie als Forstwartin geschnuppert. Sie habe sich direkt beworben, habe die Lehrstelle bekommen und sei sehr zufrieden damit. Dass ihr der Beruf gefällt, sieht man ihr ehrlich an. Nach dem Interview fragt sie, ob sie jetzt endlich wieder zur Arbeit gehen könne, es liege ihr nicht so, einfach herumzustehen und Fragen zu beantworten. Sie verabschiedet sich mit einem Lächeln, nimmt die Motorsäge in die Hand und verschwindet zum nächsten Baum.

Das Porträt der jungen Forstwartin zeigt die Gemeinde Reinach auch in der BirsstadtTV-Sendung vom 15. November, die auf der Gemeinde-Website zu finden ist.


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