Ortsumfahrung Reinach Süd im kantonalen Richtplan

27.03.2018

Eine Ortsumfahrung von Reinach ist eine wichtige Voraussetzung, um die stark befahrene Bruggstrasse vom Transitverkehr zu entlasten und so – frühestens ab 2035 – als Tramtrassee der Linien 10/11 nutzen zu können. Eine Ortsumfahrung würde den motorisierten Individualverkehr aus dem Leimental direkt an die A18 anbinden. Für den Gemeinderat Reinach ist klar, dass diese Umfahrung zum Schutz des Landschafts- und Erholungsgebiets „Fiechten“ unterirdisch zu führen ist.

Baselland muss den kantonalen Richtplan (KRIP) ans Agglomerationsprogramm 3 anpassen, bis zum 16. März 2018 lief dazu die öffentliche Mitwirkung. Darin soll die „Teilumfahrung Reinach Süd“ mit dem Status einer Vororientierung aufgenommen werden. Vororientierung bedeutet, dass das Vorhaben als Idee aufgenommen wird, die nun weiter konkretisiert werden kann; dazu gehört auch die konkrete Linienführung.

Neue Verkehrslösung in der „Birsstadt“ muss diskutiert werden
Der Gemeinderat begrüsst die Aufnahme der Teilumfahrung in den Richtplan als Vororientierung. Denn es muss Klarheit geschaffen werden, wie die Siedlungsentwicklung in der Birsstadt und den Nachbarregionen hinsichtlich der Mobilität nachhaltig bewältigt werden kann. Dabei sind alle Verkehrsträger zu berücksichtigen: der öffentliche Verkehr, der motorisierte Individualverkehr und der Fuss- und Veloverkehr. Die Birsigtalstrasse und Bruggstrasse sind hinsichtlich der Verkehrsmenge und dem Lärm stark belastet; in den Verkehrsspitzenstunden sind in einzelnen Abschnitten die Kapazitätsgrenzen überschritten und die Busse der Linien 62/64 zum Bahnhof Dornach-Arlesheim stehen im Stau. Der Richtplaneintrag soll nun zu genaueren Abklärungen und Diskussionen zwischen Kanton, Gemeinden und Interessengruppen führen. Die verschiedenen aktuellen und anstehenden Arealplanungen in den kommunalen Siedlungs- und Gewerbegebieten der „Birsstadt“ erfordern gute und zeitgemässe Lösungen für die damit verbundene Mobilität.

Entlastung der Bruggstrasse ist Voraussetzung für die gewünschte ÖV-Verbindung Dornach-Kägen
Das von den Birsstadtgemeinden gemeinsam erarbeitete „Raumkonzept Birsstadt“ zeigt, wie Siedlungsentwicklung und Verkehr in der Region koordiniert werden können. Als zentrale Massnahme soll zukünftig ein Tram auf der Bruggstrasse Reinach mit der Verkehrsdrehscheibe Arlesheim-Dornach verbinden. Damit dies möglich wird, soll der motorisierte Transitverkehr zur Autobahn A18 auf eine Ortsumfahrung verlagert werden. Erst wenn die Bruggstrasse spürbar vom motorisierten Individualverkehr entlastet ist, kann hier ein ÖV-Korridor mit einer Tramverbindung zum Bahnhof Arlesheim-Dornach entstehen. Eine neue Ortsumfahrung im Süden Reinachs mit einer Routenführung direkt zum geplanten Vollanschluss A18-Aesch könnte den nötigen Verlagerungseffekt mit sich bringen. Für den Gemeinderat Reinach ist klar, dass diese Ortsumfahrung unterirdisch zu führen ist, damit das Landschafts- und Erholungsgebiet „Fiechten“ , die Sportzone Fiechten und angrenzende Wohngebiete nicht belastet werden.


Ausschnitt aus Karte „Konzeptinhalt MIV“ Raumkonzept Birsstadt 2035 (Seite 85)
Ausschnitt aus Karte „Konzeptinhalt MIV“ Raumkonzept Birsstadt 2035 (Seite 85)

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