REINACH BAUT AUF GUTE ARCHITEKTUR
Als Gemeinde, die vor allem in den letzten 50 Jahren stark gewachsen ist, hat Reinach äusserlich nur noch wenig mit dem ehemaligen Bauerndorf an der Birs gemein. Dennoch sind nach wie vor einige Baudenkmäler aus früheren Tagen zu finden. Denkmalgeschützte Bauten. Zu den Objekten unter Denkmalschutz gehört unter anderem der Dorfbrunnen. Der sechseckige Brunnentrog mit zentralem Brunnenstock aus Kalkstein wurde im Jahr 1829 anstelle seines hölzernen Vorgängers errichtet. Das Kury-Wegkreuz am Ausgang des Dorfzentrums wurde vom fürstbischöflichen Salzdirektor und Fruchtschaffner Franz Anton Goetz 1761 gestiftet und wahrscheinlich vom Reinacher Bildhauer Niklaus Kury geschaffen. Das Reinacher Kury-Haus, das seinen Namen wegen des von Niklaus Kury geschaffenen Reliefs «Flucht nach Egipten» trägt, wurde 1752 für den fürstbischöflichen Salzschaffner Franz Anton Goetz erbaut. Unter dem Gemeindehaus befinden sich die unterirdischen Tonnengewölbe einer früheren Brauerei. Neues Bauen. In Reinach finden sich zudem mehrere bedeutende Beispiele neuerer Architektur, deren Unterschutzstellung teilweise bereits eingeleitet ist. Dazu gehört unter anderem das 1936 erbaute Wohnhaus am Unteren Rebbergweg 107 von Paul Artaria, der mit diesem Holzhaus einen neuen Typus für das «vorstädtische und halbländliche Einfamilienhaus» entwarf. Für den Siedlungsbau in der Schweiz wegweisend war die 1959 bis 1964 entstandene Atriumsiedlung In den Gartenhöfen 1 der Architekten Ulrich Löw und Theodor Manz. Sie diente auch als Vorbild für die Reinacher Siedlung «Im Pfeiffengarten» (1961). Mit der Reformierten Kirche an der Niederbergstrasse 2 hat der Zürcher Architekt Ernst Gisel 1961 bis 1963 einen international beachteten Kirchenbau geschaffen, der an Vorbilder aus den 1920er- Jahren anknüpft, beispielsweise an Karl Mosers Antoniuskirche in Basel. Ländlich bauen, ohne dem Heimatstil zu verfallen, war die Herausforderung für fortschrittliche Architekten in den 1940er- Jahren. Ernst Egeler schuf 1948 mit dem Wohnhaus an der Therwilerstrasse 42 ein zweiteiliges Einfamilienhaus mit Vorder- und Rückseite aus Holzfachwerk und Stirnseiten aus Ziegelstein. Das Wohnhaus an der Schönenbachstrasse 22 aus dem Jahr 1958 präsentiert sich als eleganter Flachdachbau, der in seinem einfachen Aufbau und seiner klaren Grundrissorganisation auf einer einzigen Ebene und in der konsequenten Anwendung von Sichtbeton an die Tradition von Mies van der Rohe erinnert.
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Zeitgenössische Architektur. Das in den Jahren 2000 bis 2002 erbaute neue Gemeindehaus verdankt seine souveräne Präsenz der geschickten städtebaulichen Einbettung und seiner selbstbewussten Gestaltung durch die Basler Architekten Morger & Degelo. In seiner gläsernen Fassade spiegelt sich auf allen vier Seiten die Umgebung. Das Haus selbst gliedert sich in vier Geschosse. Im Parterre befindet sich im «dreizehnten Fenster» der «Schlafende Hund» der international bekannten Basler Künstlerinnen Claudia und Julia Müller. Weitere erwähnenswerte Objekte / Einfamilienhäuser: Landererstrasse 1–13, Architekt: Emil Dettwiler, Baujahr 1910 Wohnhäuser Gartenstrasse 2–10, Architekt: Emil Dettwiler, Baujahr 1919 Einfamilienhaus Talackerstrasse 20, Architekt: Karl Bodmer, Baujahr 1931 Atriumsiedlung Im Pfeiffengarten, Architekten: Löw und Manz, Baujahr 1961 Gesamtüberbauung Surbaum, Architekten: Kunz und Jeppesen, Baujahr 1962 Schulhaus Bachmatten, Egertenstrasse 8, Architekt: Hans Peter Baur, Baujahr 1968 Jugendhaus Palais Noir, Architekten: Rainer Senn und Felix Meier, Baujahr 1984 Reformiertes Kirchgemeindehaus, Architekt: Michael Alder, Baujahr 1990
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