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Gemeinderat zeichnet Hilfsorganisation BAAS mit dem Reinacher Preis 2017 aus

17.03.2017

Was als spontane Aktion im September 2015 begann, ist bis zum heutigen Tag zu einem Flüchtlings-Hilfswerk mit unzähligen Ehrenamtlichen gewachsen: „Be aware and share“ – kurz BAAS – hilft Menschen auf der Flucht vor Ort. Der Gemeinderat Reinach ehrt die Organisation nun mit dem Reinacher Preis 2017.

Baschi Seelhofer nimmt den Reinacher Preis 2017 von Gemeindepräsident Urs Hintermann entgegen.

Bastian Seelhofers Wangen glühen, als er erzählt, wie bescheiden alles vor anderthalb Jahren auf der Balkanroute angefangen hatte und wie weit BAAS heute ist, knapp ein Jahr, nachdem sie ihre Zelte auf der griechischen Insel Chios aufgeschlagen hatten. Ursprünglich wollte er aus einem inneren Antrieb Kleider an Notleidende nach Kroatien bringen, er hatte kurzum einen Aufruf auf Facebook platziert – und innerhalb von 24 Stunden sind 8 Tonnen Kleider aus der ganzen Schweiz zusammengekommen. Zu viel, um alles mit dem eigenen Transporter bringen zu können. 13 Leute und 6 Busse später machten sie sich auf, um für vier Tage nach Kroatien zu fahren und die Hilfsgüter zu liefern. Es kamen Spenden fürs Benzin und weiteres dazu. So ist der Verein entstanden.

Selbst mit wenig Mitteln konnte BAAS viel erreichen
Für Baschi, wie ihn alle nennen, war es ein prägendes Erlebnis: Dass man als Laie selbst so viel bewegen kann, dass Menschen einfach alles stehen und liegen lassen, um mitzuhelfen, dass Leute spontan Kleider und Geld spenden, das hatte er so nicht erwartet. Erst recht beeindruckt war er, als das Team dann am Zielort eingetroffen war, wo Tausende Flüchtlinge täglich aus Zügen stiegen, wo niemand auf sie gewartet hatte. Kaum war er wieder in der Schweiz, konfrontiert mit unzähligen Belanglosigkeiten und Problemchen, wusste er: Ich muss zurück. Er, der seine Ausbildung in der Gemeinde Reinach absolviert hatte, leitete inzwischen die Jugendarbeit in Münchenstein und obwohl er für sein Hilfsprojekt viele unbezahlte freie Tage nehmen konnte, sprengte das dafür benötigte Engagement irgendwann seinen Rahmen. Zwischen Oktober und Dezember 2015 reiste er fünfmal in den Balkan, wo er selbst mit wenigen Mitteln viel erreichen konnte. Bald aber tauchten neue Fragen auf: Was müssen wir nach der ersten Notversorgung tun? Wo wird die Hilfe zurzeit am Dringendsten benötigt? Und wer könnte das bezahlen, wenn ein Team sich vor Ort für die Flüchtlinge einsetzt und somit auf eigenes Einkommen verzichtet?

Anfangs landeten bis zu 1000 Menschen pro Nacht auf Chios
Nach sorgfältigen Recherchen sind sie mit zehn Personen nach Chios aufgebrochen, fünf Personen leisteten nachts medizinische Erstversorgung und nahmen die Flüchtlinge auf der griechischen Insel auf, manche mussten von Rettungsschwimmern geborgen werden. Fünf andere versorgten die Angekommenen tagsüber mit Nahrung. Pro Nacht kamen jeweils zwischen 500 und 1000 Leute in bis zu 25 Schlauchbooten an, das Hilfsteam hatte alle Hände voll zu tun. Aber vor dem EU-Türkei-Deal war die Fluktuation auf dem Camp noch hoch, die Menschen gingen rasch weiter, und so konnten laufend weitere Menschen aufgenommen werden. Zurzeit gibt es noch etwa 300 Ankommende pro Monat, aber durch die Blockaden stecken sie fest und können Chios nur Richtung Athen verlassen, wenn ihr erstes Abklärungsgespräch erfolgreich verlaufen ist. Viele harren in den Zeltcamps aus, wo sie unter engsten Bedingungen in IKEA-Zelten, UNHCR-Zelten oder Festzelten dicht an dicht liegen müssen. Zum Duschen gibt es Kaltwasser in Gemeinschaftszelten, auch im Winter, wenn die Temperaturen ähnlich wie die in der Schweiz sind.

Kinder und Jugendliche benötigten Tagesstrukturen
Bald war klar, vor allem die Kinder und Jugendlichen litten unter den riskanten Bedingungen auf der Flucht, waren resigniert, benötigten dringend eine Tagesstruktur, die ihnen wieder Sicherheit und einen Teil ihrer Kindheit zurück gab. So ist im April 2016 in einer alten Taverne auf Chios eine erste Schule entstanden. Hier lernen die Kinder seither vor allem Sozialkompetenz, sich ohne Angst auf etwas konzentrieren zu können, mit einander kommunizieren und sich mit andern vertragen. So werden sie auf die Schulen in anderen Ländern vorbereitet, wo sie normalen Unterricht bekommen – falls sie es überhaupt so weit schaffen. „Ein 11-jähriger Junge hat mir mit Tränen in den Augen dafür gedankt, dass er zur Schule gehen durfte,“ erzählt Baschi Seelhofer, „er hatte gerade seinen ersten Schultag erlebt.“

Im Juni 2016 konnte dann ein Jugendzentrum für 14-20-Jährige eröffnet werden, für Jugendliche, die zuerst noch ganz einfache Dinge wieder lernen mussten, die sie auf der Flucht verlernt hatten, z.B. miteinander Dinge zu teilen. Auf der Flucht ging es für viele ums nackte Überleben, man musste sich nehmen, was man bekommen konnte.
Nachdem mit annähernd 400 Schülerinnen und Schüler der Unterricht bald aus allen Nähten platzte, konnten in einer alten Arztpraxis drei weitere Schulzimmer eingerichtet werden. Dort ist heute die Sekundarschule für die 12-20-Jährigen untergebracht. Schulmaterial bekam BAAS aus aller Welt, so z.B. vom Cambridge Institute oder von der Harvard University.

Dank Freiwilligenarbeit wachsen das Projekt und die Organisation weiter
„Alle geflüchteten Kinder auf Chios sind heute in mindestens einer der drei Institutionen untergebracht“, erzählt Seelhofer stolz, „30 Leute helfen vor Ort, darunter 4, die selbst Flüchtlinge sind, 2 Studierende aus Chios, der Rest besteht aus Sozialarbeitern, Lehrerinnen, Krankenpflegerinnen aus der ganzen Welt, auch aus Reinach stammen ein paar der jungen Helferinnen und Helfer. Es gibt wöchentliche Volunteer Trainings, bei denen die Helferinnen und Helfer beispielsweise den professionellen sozialen Umgang mit einander lernen, Krisenmanagement, First Aid.

Nebst den Tagesstrukturen ist es für die Flüchtenden aus Syrien, Afghanistan, Irak, Iran, Libanon, Palästina und Algerien aber auch wichtig, Verbindungen zu ihren Verwandten herstellen zu können und Informationen zum Weltgeschehen zu bekommen, um überhaupt zu wissen, welche Routen für sie allenfalls offen sind oder wo sich die politische Lage wieder entschärft hat. Darum gibt es Natel-Ladestationen und WLAN. „Der Zugang zu Informationen ist kein Luxus“, wie Seelhofer betont, „sondern auch wichtig für die Menschen hier.“

Und wie geht es weiter?
„Wir bleiben auf Chios, so lange es uns hier braucht,“ so Seelhofer, „danach geht vielleicht eine Gruppe von uns nach Samos, Athen oder Izmir, wo es die Strukturen für die Jugendlichen ebenso braucht und von wo wir bereits Anfragen erhalten haben.“ Zurzeit suchen sie 400 Patenschaften, denn fünf BAAS-Leute sind heute auf Chios stets vor Ort, und die müssen wohnen, essen, Strom haben. „Das Geld aus den Patenschaften verwenden wir zu 100% für die Organisation, es geht nichts ‚unterwegs‘ verloren“, wie Seelhofer betont, „und es wäre schön, wenn aus der Freiwilligenarbeit irgendwann fünf Jobs würden. Sieben Tage die Woche zu arbeiten ist manchmal herausfordernd und kräftezehrend.“ Doch beklagen mag sich der BAAS-Leiter nicht. Das letzte Jahr hat er als extrem prägend und lehrreich empfunden und sein Einsatz zur Förderung und Integration und zum interkulturellen Zusammenleben geht weiter. Aber vielleicht zieht der mittlerweile knapp 30-Jährige die Fäden dann irgendwann von der Schweiz aus, das lässt er noch offen. „Be aware and share“ – ich gehe weiter mit offenen Augen durchs Leben. Vielleicht gibt es später auch Projekte mit andern Menschen, die auf Hilfe angewiesen sind.“

Der Gemeinderat Reinach ehrt die Organisation BAAS für ihr Engagement für Menschen in Not nun mit dem Reinacher Preis 2017.

Mehr Infos, Patenschaften und Spenden: www.baas-schweiz.ch

Film zu BAAS.


Zahlreiche weitere Jubilare und Ehrengäste, die am Reinacher Preis 2017 geehrt wurden
Neben BAAS wurden weitere Gäste am Reinacher Preis 2017 geehrt, einerseits als RepräsentantInnen einer Institution, andererseits für ihre Verdienste in Sport, Kultur oder Gesellschaft. Es sind dies:

Jubilare
Familienzentrum OASE 25 Jahre im 2017
Bibliotheksverein Reinach 40 Jahre im 2017
Röm.Kath. Kirchgemeinde 40 Jahre im 2017
Pfadi Reinach 50 Jahre im 2017
Feuerwehr Reinach 175 Jahre im 2017
 
Ehrengäste
Alex Wyss (Diakon) Pensionierung im Juni 2016
Laube Reinigungen, Helene Laube Förderung Integrationsprogramm
Samuel Bommer Sieger Fotowettbewerb
Carmen Küpfer Kunstausstellungen
Marc Paolucci (Geschäftsführer Embolo Foundation), Pascal Brenner (Erlenhof), Thomas Gruber (Trainer FC Reinach) Integrationsturnier am 1. Mai
Matthias Zedi (Rope Skipping Verein), Caroline Sievi (Leiterin Rope Skipping Reinach) Reinacher Seilspringer hüpfte Schweizer Rekord
Kurt Jungblut Nach 41 Jahren Pöstler pensioniert
Bryan Buncak Bronzemedaille Schweizermeisterschaft im Hammerwerfen (Kategorie U 23)
Nathalie Henzi Schweizer Meisterin Westernreitdisziplin Reining (Kat. Youth)
Musikschule: Streichquartett „Archi del Mondo“ (Elisabeth Stähelin), Regio-Orchester (Franziska Fuchs) 1. Preise Ensemblewettbewerb des Verbandes der Musikschulen Baselland
Verein Hopp Hase: Ruedi Dietiker, Präsident, Christian Schürch als Reinacher Vertreter Projekt Hopp Hase und Fam. Schürch, die das Land zur Verfügung gestellt hat.
Schauspieler Danny Wehrmüller (die Schauspielerinnen Andrea Pfaehler und Dominique Lüdi konnten nicht teilnehmen) Rynacher Rundgang
Paul Fürst 60 Jahre Berner Distanzmarsch
Denise Datta Ehrenamtlicher Deutsch-Kurs für AsylantInnen seit 2009
Rosmarie Wyss Rücktritt (bzw. „Nichtwiederantritt“) aus dem Einwohner-rat nach insgesamt 23 ½ Jahren (Jan. 1990–Juni 2004 und Juli 2007–Juni 2016)
Hans Ramseyer Rücktritt Sozialhilfebehörde nach 24 Jahren, davon knapp 7 Jahre als Vizepräsident und über 9 Jahre als Präsident
 
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Hauptstrasse 10, jeweils Mittwochabend, 17.30-18.30h

Kosten: für Mitglieder des Mieterverbands kostenlos, für alle andern CHF 40.

Eine Voranmeldung ist nicht möglich.

 
 

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